Machbarkeitsstudien

Um die Erreichung der im Regionalen Entwicklungskonzept formulierten Projektziele voranzubringen, gab die Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+ Studien in Auftrag, in denen die Machbarkeit bestimmter Projekte untersucht oder Wissensgrundlagen hierfür geschaffen wurde.

In der Förderphase 2012-2015 wurde

 

Die in der ersten Förderphase 2009-2012 durchgeführten Studien finden Sie hier.

Potenziale und Möglichkeiten der energetischen Verwertung von kommunalem Begleitgrün (Grünschnitt, Laub, Holz)

Herbstlaub (pixelio / J. Briesemeister)

Die Firma RegioFUTUR (Christian Rohrbacher) hat im Rahmen der Studie die „Potenziale und Möglichkeiten der energetischen Verwertung von kommunalem Begleitgrün (Grünschnitt, Laub, Holz)“ in der Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+ untersucht. Die Studie gibt einen Überblick über die aktuellen Potenziale und die derzeitige Verwertung kommunalen Begleitgrüns in Ludwigsfelde und den fünf Zwillings-kommunen. Technische und organisatorische Möglichkeiten der energetischen Verwertung der vorhandenen Materialien werden aufgezeigt sowie an rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gemessen. Des Weiteren wird das ermittelte energetische Potential mit dem Bedarf von bestehenden oder wirtschaftlich zu errichtenden Anlagen in der Region abgeglichen. Den Schwerpunkt der Studie bildet die Verknüpfung von vorhandenen Verwertungsanlagen mit Anbietern von Erfassungs-, Sammlungs- und Aufbereitungstechnik in der Region. Ein zweiter zentraler Aspekt ist die Einschätzung der organisatorischen Machbarkeit verschiedener Optionen sowie der Handlungsbereitschaft der Kommunen.

Die ermittelten Potenziale werden zukünftig in das von der TU Berlin entwickelte GIS-basierte Biomasseerfassungssystem eingearbeitet, das bei der Stadtverwaltung Ludwigsfelde eingerichtet werden wird.

Zum Download der Studie (Herbst 2013)

Interessante weiterführende Informationen zum Thema bietet die Broschüre "Ökologisch sinnvolle Verwertung von Bioabfällen - Anregungen für kommunale Entscheidungsträger" des Umweltbundesamtes.

Energiepflanzenanbau auf ehemaligen Rieselfeldern

Rieselfelder (R. Michels)

Die Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+ regte einen stetigen Austausch zum Energiepflanzenanbau auf den ehemaligen Rieselfeldern mit Akteuren an. Hierzu gehören die Berliner Stadtgüter als Grundstückseigner und -verwalter, die Berliner Wasserbetriebe als Leitungsnetzinhaber, das Landesumweltamt, die Technische Universität Berlin mit  dem FG Bodenkunde als Forschungspartner und die Zwillingskommunen. Vorrangig wurden folgende Themen behandelt: „Nutzung von Rieselfeldern für den Energiepflanzenanbau“, Bestandspläne, Zustand des Wasserleitungsnetzes, Erfahrungen zur energetischen Nutzung von Rieselfeldern und „Forschungsergebnisse der TU Berlin zur Nachnutzung der Rieselfelder“[Siehe Veröffentlichungen unten 1, 2, 3]. Ergebnisse der Untersuchungen des Fachgebiets Bodenkunde der TU Berlin:

Nutzungspotenzial der Rieselfelder: Da die Rieselfelder aufgrund ihrer Schwermetallbelastung nicht für die Nahrungsmittelproduktion zugelassen sind, könnte die dort bereits etablierte Vegetation als Substrat für Biogasanlagen ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Allerdings kann die Schwermetallbelastung zu geringerem Wachstum und damit Ertrag der Pflanzen und einer eingeschränkten Verwertbarkeit der Gärreste führen. Ziel mehrerer von der Bioenergie-Region Ludwigsfelde Plus+ geförderten und am Fachgebiet Bodenkunde der TU Berlin durchgeführten Studien war es, den Biogasertrag sowie die Schwermetallgehalte in verschiedenen Energiepflanzen und ihren Gärresten abzuschätzen, den Biomasseertrag der aktuellen Ruderalvegetation auf den ehemaligen Rieselfeldern zu ermitteln und potenziell negative Effekte der Schwermetallbelastungen auf diese zu untersuchen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob die Schwermetalle durch Zugabe von Biokohle gebunden werden können, um ihre negativen ökologischen Auswirkungen zu verringern. Dazu wurden Labor- und Feldexperimente mit verschiedenen Biokohlen durchgeführt. Unterstützt wurde das Fachgebiet dabei von den Berliner Stadtgütern.

 

Nutzung der Rieselfelder als Standort für Energiepflanzenanbau: Die ermittelten Biogaserträge der verschiedenen getesteten Substrate liegen auf dem gleichen Niveau wie auf unbelasteten Standorten und auch die in den Gärresten gemessenen Schwermetallgehalte überschritten nur in einem Fall die zulässigen Schwermetall-Grenzwerte. Negative Auswirkungen erhöhter Schwermetallgehalte auf den Ernteertrag konnten jedoch für einige der getesteten Energiepflanzen festgestellt werden. Die aktuelle Ruderalvegetation weist in Bereichen mit hohen Schwermetallgehalten deutlich weniger Arten und durch Quecke dominierte Bestände auf. Die Ernteerträge liegen aufgrund der hohen Nährstoffvorräte dennoch im Bereich durchschnittlicher Grünlanderträge in der Region. Mit fortschreitender Versauerung der Böden und Mineralisierung der organischen Substanz ist jedoch mit einer Abnahme der Nährstoffvorräte und einer zunehmenden Mobilisierung der Schwermetalle zu rechnen. Deshalb sind künftig Ertragsrückgänge zu erwarten. Die Humusgehalte liegen im Mittel bei 3,7 % und damit zwar immer noch über den standorttypischen Gehalten, aber schon deutlich unter den in den 1990er Jahren ermittelten Vergleichswerten (7,5 %). Auch die pH-Werte liegen heute mit durchschnittlich 4,7 (pHCaCl2) inzwischen eine pH-Einheit unter den Vergleichswerten aus früheren Jahren. In Übereinstimmung mit diesen Ergebnissen überschreiten vor allem die pflanzenverfügbaren Zink-Gehalte die Grenzwerte im Hinblick auf Wachstumsbeeinträchtigungen. Dies schränkt auch die Verwendung der ehemaligen Rieselfelder als Standort für den Anbau nachwachsender Rohstoffe ein.

 

Biokohlen als Bodenzuschlagsstoff zur Immobilisierung von Schwermetallen: Eine Möglichkeit zur Verminderung der Mobilität von Schwermetallen und damit auch der Toxizität für Pflanzen und des Transports ins Grundwasser kann die Zugabe von immobilisierenden Substanzen sein. Seit kurzer Zeit wird Biokohle als Zuschlagsstoff zur Schwermetallimmobilisierung diskutiert. Biokohle ist ursprünglich als Schlüsselzutat der außerordentlich fruchtbaren menschengemachten Terra-Preta-Böden im Amazonasgebiet bekannt und bezeichnet zum Zwecke der Bodenverbesserung, meist durch Pyrolyse, karbonisierte organische Substanz. Sowohl in dem Labor- als auch in dem Feldversuch steigerte pyrogene Biokohle (zugegebene Mengen: 0, 1, 2,5 und 5 %) die Biomasseproduktion und reduzierte die Zink- und Cadmium- Konzentrationen in den Pflanzen. Die im Feld ermittelten kumulativen Auswaschungsraten von Zink und Cadmium nahmen ebenfalls ab. Dies ist auf eine Reduzierung der Bodenlösungskonzentrationen und eine gesteigerte Wasserspeicherkapazität und damit einhergehende Verringerung der Sickerwassermenge, die durch die Zugabe pyrogener Biokohle erreicht wurde, zurückzuführen. Die Kupfer- und Blei-Konzentrationen stiegen dagegen in der Bodenlösung an. Diese Mobilisierung ist jedoch wahrscheinlich ein initialer, vorübergehender Effekt, da die Kupfer- und Blei-Konzentrationen im Lauf des Feldversuchs abnahmen. Trotz höherer Blei- und Kupfer-Konzentrationen in der Bodenlösung bei Zugabe von Biokohle stiegen die Auswaschungsraten jedoch nicht an, was auf die erhöhte Wasserspeicherkapazität und damit reduzierte Sickerwasserrate zurückzuführen ist. Auch in den Pflanzen konnten nur zu Beginn erhöhte Kupfer-Konzentrationen nach Zugabe von Biokohle nachgewiesen werden. Der Einsatz von pyrogener Biokohle als Bodenadditiv zeigt daher ein Potenzial für die Verringerung der Schwermetallmobilität und -verfügbarkeit vor allem für Zink und Cadmium auf ehemaligen Rieselfeldböden.

 

Veröffentlichungen

[1] A. Wagner & M. Kaupenjohann (2014). Suitability of biochars (pyroand hydrochars) for heavy metal immobilization on former sewage field soils. European Journal of Soil Science vol. 65, 139–148.

[2] C. Schweiker, A. Wagner, A. Peters, W.A. Bischoff & M. Kaupenjohann (2014). Biochar reduces zinc and cadmium but not copper and lead leaching on a former sewage field. Journal of Environmental Quality, vol.43, 1886–1893.

[3] A. Wagner & M. Kaupenjohann (2015). Biochar addition enhanced growth of Dactylis glomerata and immobilized Zn and Cd but mobilized Cu and Pb on a former sewage field soil. European Journal of Soil Science (in press).

 

Untersuchung und Bewertung der Möglichkeiten zur Methanisierung des CO2-Anteils fermentativer Biogase

Im Rahmen einer Bacelorarbeit am Fachgebiet Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien der Technischen Universität Berlin untersuchte Wilfried Krippner die Möglichkeiten zur Umsetzung der “Power-to-Gas” Technologie der Biogasanlage der Agrargenossenschaft Trebbin eG (AGT) in Klein Schulzendorf. Betrachtet wurden zum einen die Methanisierung von reinem Kohlenstoffdioxid und zum anderen die Methanisierung von entschwefeltem Biogas.

„Es zeigte sich, dass beide Varianten ihre Vor- und Nachteile haben. Langfristig scheint die direkte Methanisierung von Biogas einige Vorteile zu haben, da man das Kohlendioxid nicht vorher noch aufwändig abtrennen muss und weil das entstehende Biomethan eine bessere Qualität hat. […] Kurzfristig ist jedoch die andere Variante von Vorteil, da BGAs bereits eine Kohlendioxidabtrennung haben und es zurzeit einfacher erscheint, CO2 zu methanisieren. […] Insgesamt betrachtet scheint es noch zu früh in diese Technologie zu investieren. Dies liegt vor allem an den hohen Investitionskosten, die in den nächsten Jahren laut vielen Prognosen erheblich sinken werden. Daneben befindet sich die Technologie gerade im Übergang von der Forschung zur wirtschaftlichen Anwendung und hat erhebliches Verbesserungspotential.“

Download der Bachelorarbeit

Wettbewerbsidee: Machbarkeitsstudie zur Biowärmeversorgung der Ortschaft Kleinbeuthen

In Kleinbeuthen wurde die Idee verfolgt, mit ohnehin anfallenden Biomassen wie Pferdemist, Stalldung und Stroh ein innovatives biomassebasiertes Anlagenkonzept zu realisieren. Auf diese Weise sollte das Nahwärmenetz die umliegenden Häuser mit Strom und Wärme versorgen. Die Machbarkeitsstudie der Energiequelle GmbH riet von der gemeinschaftlichen Umsetzung eines Projektes zur biogasbasierten Wärmeversorgung ab, da diese unter den gegebenen rechtlichen und tatsächlichen Bedingungen nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Es wird unter anderem eine individuelle Versorgung der einzelnen Abnehmer empfohlen, beispielsweise mittels Solarthermieanlage in Kombination mit einem Holzheizkessel zur kombinierten Heizunterstützung.

Wettbewerbsidee Energetische Potenzialanalyse des Green Parks

Die 2013 in Stahnsdorf gegründete und auf den Klimaschutz ausgerichtete Bürgergenossenschaft EnergieBäketal eG, schlug im Rahmen des Wettbewerbs„Erneuerbare Energie Kommune“ vor, den Stahnsdorfer Gewerbestandort Green Park weitestgehend mit vor Ort erzeugter Energie und Wärme aus Sonne, Wind und Biomasse zu versorgen. Zudem ist die Einbindung umliegender Wohnhäuser und des naheliegenden Großmarkts angestrebt. Aufgrund von wegfallenden staatlichen Förderungen und der zu geringen Bioabfallmengen am Gewerbepark kommt die Erzeugung von Strom- und Wärme durch eine Biogasanlage nicht in Betracht. Allenfalls könnte ein Holzheizkraftwerk zur Unterstützung und zur Abdeckung der Spitzenlastzeiten dienen, so ein Ergebnis der Energiequelle GmbH. Ein Ergebnis der e.qua Services GmbH stellt als bevorzugte Lösung am Standort die Entnahme der Abwasserwärme aus dem Klärwerksauslauf und deren Umleitung mittels Nahwärmenetz über das Gewerbegelände vor. Um nunmehr die technischen Details wie die Wirtschaftlichkeit und die notwendigen Investitionen eines solchen Vorhabens zu erarbeiten, ist die Betrachtung der vorhandenen neun Einzel-Heizzentralen in einer weiteren Studie notwendig. Sowohl bei den Berliner Wasserbetrieben als Eigentümer der Leitungen als auch bei den Eigentümern des Green Parks besteht ein grundsätzliches Interesse an der Umsetzung des Projektes.

Studien 2009-2012

Energiepflanzenanbau auf ehemaligen Rieselfeldern

Malve, C. Sobioch

Eine Literaturstudie des Fachgebiets Bodenkunde der TU Berlin zu Möglichkeiten der Phytosanierung ergab folgende Ergebnisse: Rieselfelder weisen ein sehr heterogenes Belastungsmuster auf. Stark kontaminierte Bereiche, von denen eine aktuelle Gefährdung ausgeht, müssen durch geeignete technische Maßnahmen wie z.B. Einkapselung, Einbringung von Sorbenten oder Auskofferung zumindest gesichert oder saniert werden. Eine Phytosanierung kommt in diesen Bereichen nicht in Betracht. Auf den Flächen mit moderaten Belastungen kann der Anbau von Energiepflanzen langfristig zur Dekontamination der Standorte beitragen. Das Erreichen von Vorsorgewerten der BBodSCHVO durch Phytoextraktion kann jedoch, je nach Belastungsgrad, einige Jahrzehnte bis Jahrtausende in Anspruch nehmen. Unter den vorhandenen Standortbedingungen kommen als Energiepflanzen vor allem Pappeln im Kurzumtrieb, Knaulgras als Grünlandkultur sowie die derzeitige Ruderalvegetation in Betracht, da eine jährliche Bodenbearbeitung aufgrund der Belastungen nicht sinnvoll ist. Bei Holznutzung im Kurzumtrieb, verbleibt im Vergleich zur Grünlandnutzung mehr organische Substanz auf der Fläche und trägt zur Humusreproduktion bei. Dies ist zu beachten, da Humus auf den sandigen Böden der wichtigste Sorbent für Schadstoffe ist. Bei Grünlandnutzung könnte die Einbringung von Sorbenten (z.B. Biokohle, siehe Machbarkeitsstudie Terra Preta) die verlorenen Sorptionskapazitäten substituieren.

Für viel versprechende mehrjährige „neue“ Energiepflanzen wie beispielsweise durchwachsene Silphie, Switchgras oder Wildblumenmischungen liegen noch keine Untersuchungen zur Schwermetallaufnahme vor. Auch Untersuchungen zu Schwermetallrückständen im Gärrest und damit einhergehenden Verwertungseinschränkungen sowie Auswirkungen der Schwermetallgehalte der Pflanzen auf den Biogasprozess sind nicht bekannt. Dies wird bei Fortführung des Projektes untersucht werden. Nutzungseinschränkungen aufgrund von Altlastenstatus sind ungeklärt.

Weitere Informationen

Kontakt: Anne Wagner

Hydrothermale Karbonisierung oder Terra preta

Rieselfeldversuch / R. Kahl

Die Machbarkeitstudie des Fachgebiets Bodenkunde der TU Berlin zur Wirkung von Biokohle auf die Böden der Region erbrachte folgenden Resultate: Neben HTC- Kohlen werden in der aktuellen Terra Preta Forschung vor allem Holzkohlen (pyrogene Kohlen) als Schlüsselelement der ursprünglichen Terra Preta untersucht. Die Eigenschaften der HTC-Kohlen unterscheiden sich stark von jenen der pyrogenen Kohlen. Durch Topfversuche wurden die Potentiale beider Kohlen für die Böden der Region ermittelt. Gemessen wurden die Erträge und Elementgehalte von Haferpflanzen auf einem Rieselfeldboden, der mit pyrogener Kohle aus Mais oder hydrothermal karbonisiertem Pappelholz in 4 Konzentrationen (0, 1%, 2,5% und 5% Masse Kohle) versetzt wurde. Außerdem wurden Bodenlösungen durch Leaching des Substrates nach 2, 3 und 5 Wochen (Versuchsende) gewonnen. Um den Einfluss des Ausgangssubstrates der Kohlen auszuschließen, wurde der Versuch mit einer HTC Kohle aus Mais wiederholt. Die Zugabe von pyrogener Kohle förderte das Pflanzenwachstum und erhöhte die Erträge. Bei Zugabe der HTC Kohle zeigten sich dagegen nachteilige Effekte. Dies scheint vor allem auf die niedrigen pH Werte der HTC Kohlen und/oder eine vorübergehende Stickstoffsperre zurückzuführen zu sein. Eine toxische Wirkung der HTC-Kohlen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Nach den positiven Einflüssen auf das Pflanzenwachstum bei Einbringung von pyrogener Kohle in Rieselfeldböden konnten die Berliner Stadtgüter für die Finanzierung eines Feldversuches über drei Jahre gewonnen werden.

Weitere Informationen I

Weitere Informationen II

Kontakt: Anne Wagner

Biomassepotenzialanalyse

Information zur Biomaepotenzialanalyse (R. Michels)

Im Rahmen der Studie wurde das Biomasse-potenzial in der Region erhoben. Die Ergebnisse des Instituts für Energietechnik Fachgebiet Energieverfahrenstechnik und Umwandlungs-techniken der TU Berlin wurden am 24.05.2011 im Ludwigsfelder Rathaus den Stadtverordneten, der Presse und der Öffentlichkeit präsentiert und diskutiert.

Das Hauptergebnis lautete: Das theoretische Biomassepotential der Region belief sich auf  436.784 t/a. Hiermit könnten 22.033.975 Nm³/a Biogas erzeugt werden. Das verfügbare Potential, das kurzfristig für den Bau einer Biogasanlage eingesetzt werden könnte, beläuft sich jedoch auf lediglich auf 31.430 t/a bzw. 791.578 Nm³/a Biogas. Weitere Informationen

Im Rahmen der Erarbeitung der Studie traten einige Probleme und weiterführende Fragestellungen in den Vordergrund, etwa die Problematik der Aktualisierbarkeit bzw. Forschreibung der erhobenen Daten, der adhoc unzureichenden Datenbasis etc. Hieraus entstand die Idee für ein GIS-basiertes Internettool, das, einmal entwickelt und imlementiert, eine wesentlich aufwandsärmere Datenaktualisierung und sukzessive Verfeinerung der Datenbasis erlauben würde. Hierfür sollte das für die Biomassepotenzialanalyse entwickelte Grundmodell (siehe Abbildung) verwendet und weiterentwickelt werden. Es sollte als Grundlage für die Entwicklung von Projektideen und Umsetzungsbestrebungen in der Region verwendet werden können. Mit der Entwicklung von Synergeo wird diese Idee in der zweiten Förderphase weiterverfolgt und realisiert.

Kontakt: Till Belusa

Partizipative Nachhaltigkeitsbewertung in einem Ludwigsfelder Ortsteil

Bürgerversammlung / I. Wilkens

In einem Ludwigsfelder Ortsteil wurde die multikriterielle Analyse als eine Methode der Entscheidungsunterstützung erstmals zur partizipativen Nachhaltigkeitsbewertung in einen Bioenergiedorfprozess integriert. In Kombination mit Bürgerversammlungen, Best-practice-Reisen und Interviews identifizierte die multikriterielle Analyse die nachhaltigsten Szenarien für das Dorf. Hierzu hat eine Gruppe mit lokalen Akteuren Nachhaltigkeitskriterien entwickelt und gewichtet. Durch die Erhebungen zu den Nachhaltigkeitskriterien konnten im Vorwege viele Fragen der Akteure berücksichtigt werden: Wie viel Transport tritt wirklich auf? Wie hoch sind die Kosten, die Lärm- und Geruchsbelästigung? Auf der anderen Seite wurden aber auch Nachhaltigkeitsaspekte in die Bewertung einbezogen, die nicht jedem Anwohner einer Biogasanlage sofort in den Sinn kommen, z. B. die Wertschöpfung für die Region oder die eingesparten Kohlendioxidemissionen. Das Ergebnis der Einwohner war eindeutig: Für eine nachhaltige Biogasnutzung in dem Dorf bedarf es einer hohen Anschlussquote an das Nahwärmenetz.

Kontakt: Dr. Ines Wilkens

Sozialwissenschaftliche Analyse der Ausgangslage

20 regionale Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft, von produzierenden und Dienstleistungsunternehmen, aus Politik, Verwaltung, dem Regionalmanagement und Nicht- Regierungsorganisationen wurden rund um das Thema Bioenergie und regionale Vernetzung befragt. Die Auswertung der Befragung durch das IZNE der Universität Göttingen im Dezember 2010 ermöglichten dem Projektteam, Schlüsselakteure zu identifizieren, und gewähren Einblick in die regionalen sozialen Strukturen. Ergebnisse: Mehr als die Hälfte der Interviewten kennen keine Akteure, die eine negative Meinung zum Bioenergie-Projekt haben. Grundsätzlich wird ein enormer Informationsbedarf der Ludwigsfelder rund um das Thema Energie, insbesondere erneuerbare Energien, bestätigt: Rund 60% der Interviewten schätzen die Meinung der Ludwigsfelder zu Bioenergie als nicht vorhanden - im Sinne von meinungslos - und abwartend ein.

Kontakt: Rachel Michels / Peter Schmuck

Onlinebefragung

Die von Dr. Schwender (HDPK) online durchgeführte qualitative Befragung von fast 100 Ludwigsfelder Bürgerinnen und Bürgern hat ergeben, dass ein Bewusstsein für Umwelt und entsprechende Initiativen zu deren Erhalt feststellbar sind. Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass Kommunikation mit der Bevölkerung ein zentrales Element bei der Etablierung von Bioenergie zur regionalen Gewinnung von Strom und Wärme darstellt. Die Bevölkerung ist sensibilisiert für die notwendigen Entscheidungen. Was noch fehlt, ist einerseits genügend Wissen über die technischen Hintergründe und andererseits für deren umweltpolitische Konsequenzen. Dies ist etwa aus der wiederholt geäußerten Skepsis gegenüber der Bioenergie unter Bezugnahme auf die Teller-Tank-Debatte ersichtlich. Positiv an diesen Statements ist, dass es Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich mit den Argumenten befassen und möglicherweise auch dafür zugänglich sind. Eine Konsequenz daraus scheint, dass die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Baustein bei der Akzeptanzgewinnung ist. Man muss mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter im Gespräch bleiben, um die Bedenken bei allen weiteren Entscheidungen aufzunehmen.

Kontakt: Clemens Schwender

Evaluation

Weiterhin liegt eine Evaluationsstudie zur Erfassung der Bewertung der Planungswerkstätten eines Ludwigsfelder Ortsteils vor. Die Befragung fand etwa ein Jahr nach Ablauf der Werkstätten statt und wurde von der Uni Göttingen (IZNE) durchgeführt. Diskussion: Es fällt auf, dass die Veranstaltungen von der überwiegenden Mehrheit der Personen, die daran teilgenommen hatten, für insgesamt positiv und förderlich befunden wurden, aber dennoch die Umsetzung eines Bioenergiekonzeptes für das Dorf bislang nicht in Gang gebracht werden konnte. Für künftige Veranstaltungen dieser Art lässt sich die Schlussfolgerung ableiten, dass Interessensbekundungen von Dörfern nur bedient werden sollten, wenn in Vorgesprächen Synergien zwischen verschiedenen Interessentengruppen möglich schienen.

Kontakt: Peter Schmuck