Logo der Bioenergie-Region Ludwigsfelde Logo und Link: Bioenergie-Regionen
 
Logo und Link Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
 
Logo der Agentur für nachwachsende Rohstoffe
 

Willkommen
Das Projekt
Über uns
Die Region
News & Termine
Download
Links
Impressum & Kontakt


Das Projekt

Wie alles anfing

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 25. Juni 2007 beschlossen, die Kreisverwaltung zu beauftragen, in Abstimmung mit dem Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt ein Energie- und Klimaschutzprogramm zu entwickeln. Die Kreisverwaltung hat u.a. auf den Bundeswettbewerb Bioenergie-Regionen aufmerksam gemacht und die Stadt Ludwigsfelde in der Vorbereitung der Kurzbewerbung und des Regionalentwicklungskonzeptes unterstützt.

Derzeit produzieren Landwirte Biomasse, die nicht verwertet wird und sich für die Erzeugung von Energie eignet. Es besteht die Bereitschaft der Stadtwerke, die Produkte zu vermarkten und der Wohnungsgesellschaften, die aus Biogas erzeugte Wärme und Energie abzunehmen.

Der Wettbewerb

Bei dem deutschlandweiten Wettbewerb "Bioenergie-Regionen" wurden innovative Konzepte prämiert, die den Ausbau von Bioenergie unterstützen wollen. Ziel ist, regionale Netzwerk- und Kooperationsstrukturen auszubauen, Wissen zu transferieren, Wertschöpfungsketten zu erschließen sowie Interessenkonflikte abzubauen.

Die Bioenergie-Region Ludwigsfelde ist eines von 25 Konzepten, welches sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren durchgesetzt hat. Sie erhält über einen Förderzeitraum von 3 Jahren 400.000 Euro vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Ziele in der Region

Eine Aufgabe hat sich das Projekt im Ausbau von Netzwerk- und Kommunikationsstrukturen zur Vorbereitung und Initiierung des technisch-investiven Ausbaus von Bioenergie-Produktions- und Versorgungsstrukturen gestellt. Neben traditionellen Ausbaukonzepten sollen auch innovative Möglichkeiten der Bioenergieerzeugung und -nutzung z.B. durch Nutzung der Flächen ehemaliger Rieselfelder für Energiepflanzenanbau betrachtet werden. Ob das sinnvoll geht, muss zuvor aber noch erforscht werden.

Das Hauptziel ist mittelfristig, so weit wie möglich auf fossile Energieträger zu verzichten und durch in der Region verfügbare biogene Rohstoffe und andere Formen erneuerbarer Energie zu ersetzen. Importe von Energierohstoffen sollen bis 2050 eingestellt werden. Damit soll ein bedeutsamer Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung geleistet werden.

Ein nachhaltiger Einsatz von Bioenergie soll gewährleistet werden, indem die Akzeptanz von Bioenergie in der Region gezielt gefördert wird und dabei Zielkonflikte zwischen Interessengruppen konsensorientiert thematisiert und gelöst werden sollen. Dabei wird eine partizipative Planung, wie sie sich in erfolgreichen dezentralen ähnlichen Projekten (z.B. Jühnde) bewährt hat, als durchgängiges Prinzip eingesetzt. Bis 2011 sollen mehrere der unten genannten Projektvorhaben (ggf. in modifizierter Form) auf den Weg gebracht sein.

Ein weiteres Ziel besteht darin, in der Region modellhaft und beispielgebend für andere Regionen Deutschlands zu demonstrieren, dass die Nutzung von erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt Bioenergie auch in kleinstädtischen Siedlungsarealen mit beschränkter konventioneller landwirtschaftlicher Nutzfläche möglich ist, indem die in städtischen Siedlungsstrukturen anfallenden biologischen Reststoffe in systematischer Weise energetisch genutzt werden. Bis 2011 soll mit der Umsetzung erster Projekte begonnen werden, bis 2015 sollen alle im Projektzeitraum als möglich beurteilten Vorhaben umgesetzt sein.

Bioenergie

Bioenergie ist ein Kunstwort für die energetische Nutzung von Biomasse. Durch die Verwendung von Biomasse soll die Bioenergie eine ökologische und günstige Energiequelle sein. Als einsetzbare Biomasse zählen vor allem Holz, Stroh, Mais, Getreide, Zuckerrüben, Raps, Biogas, Pflanzenöle, Bioabfälle, Exkremente, aber auch Algen und weitere.
Bei der Bildung von Biomasse wird die Energie der Sonnenstrahlung durch die Pflanzen mittels Photosynthese genutzt und u.a. in Form von organischem, energiereichem Material gespeichert.
Anders ist dies bei fossilen Energiequellen: Zwar gehen auch sie ursprünglich auf organische Materie zurück (Erdöl entstand aus abgestorbenem Plankton, Kohle aus Wäldern), doch war der in ihnen gebundene Kohlenstoff für Jahrmillionen dem atmosphärischen Kreislauf entzogen und wird erst seit Beginn der Industrialisierung durch Verbrennung in immer noch wachsendem Maß als Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, was u.a. zu einem Anstieg der durchschnittlichen Lufttemperatur (Treibhauseffekt) führt.

Ausbau von Netzwerks- und Kommunikationsstrukturen

Durch vielfältige Veranstaltungen wird den Ludwigsfeldern die Gelegenheit gegeben, sich im Detail über die möglichen Projekte zur Bioenergienutzung zu informieren und eigenes Engagement, eigene Ideen und Bedenken einzubringen. Verantwortlich für diesen Projektbereich ist die Georg-August-Universität Göttingen und die Business School Potsdam (BSP), eine private Fachhochschule in Potsdam.

Die Universität Göttingen führt Interviews mit Entscheidungsträgern aus der Region durch, um deren Vorschläge für die Umsetzung des Projektes zu berücksichtigen sowie weiteren motivierten Partnern die Beteiligung am Netzwerk zu ermöglichen. Um die Ludwigsfelder für das Thema Bioenergie zu sensibiliesieren wird zudem eine Informationskampagne durchgeführt sowie in Presse- und Medien über Aktivitäten informiert.

Besonderes Interessenmerkmal der BSP ist der Ecotainmentansatz, der die Medialisierung der Nachhaltigkeit mittels positiver Emotionen thematisiert. Zudem werden durch Interviewer Befragungen von ca. 500 Mietern der Ludwigsfelder Wohnungsgenossenschaft durchgeführt, über die Einstellung zu Bioenergie, Ortsidentität und Wohnzufriedenheit durchgeführt. 

Machbarkeitsanalysen

Eine Analyse der ökonomischen, sozialen und ökologischen Machbarkeit sowie der Bioenergiepotenziale von anfallenden und bisher nicht energetisch genutzten Reststoffen und Flächen (z.B. Gülle, Bio-Abfall, Grünschnitt und Rieselfelder) wird seitens der TU Berlin durchgeführt.

Zudem ist geplant, zur hydrothermalen Karbonisierung mit Forschungseinrichtungen der Region und der TU Berlin Forschungsprojekte zu initiieren.

Ganzheitliche Bewertung

Um die Konsequenzen einer Änderung in der Energieversorgung vorausschauend in den Entscheidungsprozess einzubeziehen, werden multikriterielle Bewertungsverfahren eingesetzt. Auf diese Weise können neben den ökonomischen, auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Projekte im Voraus durchdacht, berechnet oder erfragt werden. Um den Entscheidungsprozess für die Auswahl der Biomasseprojekte zu begleiten wird mit einer Gruppe von lokalen Akteuren gearbeitet, die ihre Perspektive in den Entscheidungsprozess einbringen und somit die Basis für eine größere Akzeptanz der Projekte legen.

Ecotainment

Zur Information der breiten Bevölkerung werden vorhandene Kommunikationskanäle genutzt, z.B. die in der Region aktiven Massenmedien (Presse, Funk, Fernsehen). Hier wird in der Projektlaufzeit im Rahmen des Ecotainment-Ansatzes, der entgegen traditioneller Umweltberichterstattung explizit nicht auf Angst- und Schreckensbotschaften setzt (Schwender, Schulz und Kreeb 2008: Medialisierung der Nachhaltigkeit. Das Forschungsprojekt balance[f]: Emotionen und Ecotainment in den Massenmedien, Marburg: Metropolis-Verlag), die Sensibilität für Nachhaltigkeitsaspekte in der Regionalentwicklung gefördert. In vierteljährlichem Rhythmus werden öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen Themen organisiert und angeboten, bei denen Unterhaltung und Informationsanliegen gekoppelt werden. Problemfelder persönlicher Relevanz werden durch Einbindung positiver Emotionen und Lösungsansätze derart aufbereitet, dass Bereitschaft für ein Mitwirken in den unterschiedlichen potentiellen Planungsteams begünstigt bzw. erzeugt wird.